Urs Heinz Aerni: Mit einem abgewandelten Zitat von Obelix, das nun nicht auf die alten Römer, sondern die Welt der Wissenschaft gemünzt ist, treten Sie auf die Bühne. Humor und Wissenschaft, erst recht seit der Pandemie oder schon immer ein Thema für Sie?
Alexander Lammers: Schon immer! Humor verbindet, lockert die Atmosphäre und ist schlichtweg unterhaltsam. Meiner Meinung nach sehr wichtige Voraussetzungen, um globale Probleme wie die Antibiotika-Resistenzkrise angehen zu können. Wohlbemerkt sollte Humor aber gerade bei solch ernsten Themen auch gut dosiert sein. Schafft man allerdings diesen Spagat, entlässt man im besten Fall nicht nur ein informiertes, sondern auch motiviertes Publikum. Denn die meisten globalen Probleme lassen sich nicht allein durch Forschungsergebnisse lösen, sondern nur durch eine starke Gesellschaft, die aufgeklärt ist und mit anpackt.
Kommen wir auf das Tier Ihres Auftritts zu sprechen, die Spinne. Eine besondere Art, nach der Sie in Namibia auf die Suche gingen, soll uns ein neues Antibiotikum bringen, während viele herkömmliche an Wirkung verlieren. Besteht Hoffnung?
Auf jeden Fall. Ansonsten hätten wir diese aufwendige und teure Forschung vermutlich gar nicht betrieben. Allerdings lässt sich die Antibiotika-Resistenzkrise leider weder durch eine Doktorarbeit noch durch ein einziges Antibiotikum lösen.
Was braucht es denn noch?
In den kommenden Jahrzehnten brauchen wir nicht nur neue Antibiotika, sondern müssen auch unseren Antibiotika-Konsum verändern. Gleichzeitig werden bereits alternative Strategien zu Antibiotika erforscht und angewendet. Mit unseren Untersuchungen dieser Spinnenart haben wir einen wichtigen Schritt gemacht, stehen aber erst am Anfang eines langen Weges.
Ihre Absicht, Wissenschaftsvermittlung mit Unterhaltung zu verknüpfen, täte so mancher Lesung an der Uni gut. Oder wird da mehr gelacht, als wir Außenstehende es ahnen?
Die Stimmung im Hörsaal ist wahrscheinlich lockerer, als man denken mag. Dennoch steht natürlich die Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte im Mittelpunkt, und das ist auch gut so. Wie diese genau aufbereitet werden, hängt allerdings sehr stark von den Dozierenden ab. Es gibt durchaus tolle Beispiele für Vorlesungen, in denen nicht nur der Inhalt qualitativ hochwertig, sondern auch sehr ansprechend aufbereitet wurde.
Zum Schluss noch unter uns: Wie groß ist Ihre Angst vor Spinnen, so im Alltag?
Ich bin wirklich kein großer Freund von Spinnen. Das war noch nie so und hat sich auch durch meine Forschung leider nicht verändert. Gerade während der Expedition nach Namibia bin ich also nicht nur wegen der Hitze ins Schwitzen gekommen. Dazu aber erfahren Sie bei meinen Vorträgen...